Der Dispokredit ist jedem Kontoinhaber mit monatlichem Gehaltseingang bekannt. Was nur wenigen bekannt ist, dass man durch ihn schnell in die Schuldenfalle tappen kann.
Die Antragsstellung:
Meist muss man nicht mal selbst bei den Banken nach dem Dispositionskredit fragen, sondern er wird durch Berater selbstständig angeboten bzw. aufgedrängt. Hier wird argumentiert, sollten die Gehaltseingänge durch verschiedenste Ursachen, meist an den Haaren herbeigezogen, verspätet auf dem Konto eingehen, so muss der Kunde nicht fürchten, dass seine Rechnungen nicht bezahlt werden. Bei der Einrichtung des Limits wird nur nach Höhe des Gehaltseinganges gefragt und nebenbei die Schufadaten abgefragt, um somit augenscheinlich ausschliessen zu können, dass der Kunde gut genug für ein solches Limit ist. Was allerdings die meisten Kunden nicht wissen, zur Entscheidung über die Höhe des Kredits fliesst, ausserdem auch noch ein sognenannte Scorewert ein und dieser kann die Entscheidung bishin zu einer Ablehnung beeinflussen.
Die Höhe des Kredits:
Die Höhe des Kredits ist immer abhängig vom Nettogehaltseingang. Bei den meisten Banken bewegt sich das Limit zwischen dem drei- bis max. vierfachen vom Eingang. Wenn man sich also vorstellt das ein Kunde einen Eingang von 500 Euro hat und damit ein Limit von 2000 Euro bekommen kann und dieses voll ausschöpft, so kann man sich ausmalen, dass es für ihn fast unmöglich ist ohne Hilfe (am besten durch die Bank selbst) aus dieser Misere herauszukommen.
Die Nutzung des Dispokredits:
Auch das ist sehr einfach für den Kunden gestaltet. Er kann jederzeit bis zum vereinbarten Limit Geld vom Konto verfügen. Diesen Service lassen sich die Banken natürlich ganz ordentlich bezahlen. Als Kunde der diesen Service inanspruch nimmt, muss man mit einem Zinssatz jenseits der 10%-Marke rechnen. Und sollte man dann auch noch ausversehen (tja nicht jeder hat seine Planung perfekt im Griff) auch nochmal darüber hinauskommen, dann gleitet der Zinssatz in Regionen der 18% und mehr.
Rückzahlung des Kredits:
Die Rückzahlung erfolgt jedesmal durch den Gehaltseingang. Das wiederum hat zur Folge je mehr ich meinen Dispo in Anspruch genommen habe desto weniger bleibt vom Gehalt übrig. So kann man schnell in eine Spirale abwärts kommen. Tja und wenn man dann am Limit steht sind die Banken meist nicht mehr bereit einem ausserhalb einer Umschuldung weiterzuhelfen. Da der Kunde dann natürlich eine sehr schnelle Lösung braucht können die Banken entsprechend bei einem Ratenkredit auch höhere Zinsen verlangen. Und so kann sich der Schuldbetrag ganz schnell mal verdoppeln.
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article261220/Dispo-Die-teure-Versuchung.html

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