Dass Google und Apple die ewigen Konkurrenten sind, hat man mittlerweile wohl begriffen. Egal, ob es ein iPhone von Apple ist, mit dem Google mit einem eigenen Smartphone und eigenem Betriebssystem Android nachzieht oder ob es das Hybrid-Fernsehen iTV, dem Google mit seinem GoogleTV entgegenwirkt. Seit langen war es auch mal wieder Apple, das den legalen Musikdownload-Markt beherrschte und auch wieder erneuert, nämlich mit seinem iTunes Match. Und ganz in alter Manier kommt nun auch Google daher und präsentiert demnächst sein Google Music. Hier sollen nun die beiden Downloadanbieter verglichen werden.
Beim iTunes Match spielt die Musik in der Cloud. Alle Musik, die man hören möchte, wird nicht mehr langwierig heruntergeladen, sondern wird als Stream in der iCoud abgespielt. Somit fallen die Unmengen Speicherplatz weg, die man bisher mit seinen Musikdateien vollbombardierte. Für diesen Dienst muss man zwar 25 Euro im Monat bezahlen, kann dafür aber auch so viel hören, wie man möchte und auch die Bezahlung der Künstler ist somit gesichert. Denn hierzulande arbeitet das neue iTunes mit der GEMA zusammen.
Das Besondere an dem Apple-Dienst: Alle schon vorhandenen Musikstücke im alten iTunes werden automatisch durch welche aus der iTunes Datenbank ausgetauscht. Das bedeutet zum einen, dass eventuell die Qualität der Dateien steigt, wenn man vorher schlechtere MP3s besaß und diese durch hochwertigere iTunes-Titel ersetzt werden. Zum anderen heißt das allerdings auch, dass alle illegal beschafften Songs in legale Downloads verwandelt werden und man mit einem Schlag quasi eine Raubkopierer-Begnadigung bekommt – für 25 Euro. Aber natürlich ist eine Weitergabe danach nicht mehr möglich, da die Titel sofort mit der persönlichen Apple-ID versehen werden.
Beim Installieren von iTunes Match dauert der Matching-Vorgang jedoch ziemlich lange, wein paar Stunden sollte man einrechnen. Jedoch lässt sich dieser Vorgang zwischendurch abbrechen und später fortführen.
Ein etwas anderes Konzept verfolgt hingegen Google Music. Zwar lädt der Dienst die Songs, die man sich kauft auch in die Cloud, damit sie mit den anderen Geräten einfach zugänglich sind, allerdings gibt es hier keine Flatrate. Am Anfang kann man sich erstmalig kostenlos 20.000 Titel aus dem Google Music Store herunterladen. Danach bezahlt man jedoch wieder. Die Preise für die restlichen Songs liegen zwischen 0,99 und 1,29 US-Dollar. Zusätzlich ist Google Music mit seine, Social Network Google+ vernetzt, sodass man seine Songs hier einmalig seinen Freunden vorspielen kann. Außerdem gibt es wie damals beim gescheiterten MySpac, für Künstler die Möglichkeit, im Artist Hub die eigene Musik hochzuladen und zum Kauf anbieten. 70 Prozent der Einnahmen gehen dann an den Künstler. Dieses Anlegen der Künstlerseite kostet einmalig 25 US-Dollar.
Apple hat zurzeit etwa 20 Millionen Titel im Repertoire, Google hingegen hat mit Universal Music, EMI und Sony Music drei der vier großen Plattenlabel. Bisher fehlt noch Warner Music mit großen Künstlern wie R.E.M, Neil Young oder Bruno Mars.
In Deutschland ist Google Music nicht zugänglich, sondern lediglich auf dem US-amerikanischen Markt. Es sei laut Google derzeit noch nicht absehbar, wann der googlesche Musikdienst auch hier ankommt.

Posted in
Tags: 



