Nanotechnologie – Fluch oder Segen?

Nanotechnik

Nanotechnologie, Nanotechnik, Nanopartikel, Nanoteilchen… überall begegnet man diesem Ausdruck „Nano“, ständig wird darüber diskutiert. Doch was ist das eigentlich – Nanotechnologie? Soviel kann man von vornherein schon mal sagen: Es ist kompliziert. Und es ist ein Teilbereich der Physik, oder genauer gesagt der Clusterphysik. Aber damit ist natürlich nichts einfacher geworden, eher unklarer. Also mal von vorn:


Der Name kommt von dem griechischen Wort „nanos“ für „Zwerg“ und gibt der Größe Nanometer (nm) seine Bezeichnung. Ein Nanometer ist dabei ein Milliardstel Meter. Man sieht also: Das ist sehr, sehr klein. In der Natur kommen ebenfalls Nanopartikel vor, zum Beispiel bei Fliegen, deren Beinhaare nanometer groß sind und deshalb auf molekularer Ebene auch so gut an glatten Oberflächen haften bleiben. Der bekannte Lotuseffekt beruht ebenfalls auf Nanotechnologie: Die Moleküle der Oberfläche des Lotusblattes liegen so eng aneinander gereiht, dass Wasser oder Dreck nicht darauf haften und einfach abperlen. Auf solchen Vorbildern beruhend entwickelt die Wissenschaft der Natur nachahmend vor allem im Bereich der Werkstoffentwicklung. So sind zum Beispiel schon kratzfeste Brillengläser entstanden  und auch in Sonnencremes stecken Nanopartikel, die das UV-Licht der Sonnenstrahlen filtern. Aber in Funktionskleidung stecken sie, etwa für wasserdichte oder atmungsaktive Kleidung.

Doch gerade diese unglaublich geringe Größe der sogenannten Nanopartikel ist das, was den Wissenschaftlern solche Sorgen bereitet. Denn was so klein ist, lässt sich extrem schlecht nachverfolgen oder nachweisen, etwa in handelsüblichen Produkten oder aber auch im Körper des Menschen. Man weiß zum Beispiel bis heute nicht, was diese Kleinstteilchen in dem menschlichen Körper anrichtet. Ob sie völlig ungefährlich sind oder doch ungeahnte Spätfolgen nach sich ziehen. Und trotzdem, natürlich auch gerade wegen des Erfolgs, nutzt die Industrie die Microteilchen immer öfter, ohne dass sie gründlich genau erforscht sind.

Doch auch wenn man die Wirkungsweise im Körper noch nicht vollständig getestet hat, legt vor allem die Medizin große Hoffnung auf die Nanotechnologie im Bereich der Krebsheilung. So könnten die Nanopartikel auf Grund ihrer geringen Größe die Blut-Hirn-Schranke überwinden und auf diese Weise Gehirntumore bekämpfen. Aber auch Implantate, die mit der Nanotechnik hergestellt werden, würden nicht so schnell verschleißen.

 

Bildquelle: Alphaundomikron/ flickr.com

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